17. April 2015 Jakob Gruber

Bezirkskatastrophenübung Hochzillertal 2015

Das Skigebiet Hochzillertal war am vergangenen Samstag, 11. April 2015 Schauplatz einer großangelegten Katastrophenübung.

Über 250 Einsatzkräfte von Bergrettung, Feuerwehr, Polizei und Roten Kreuz waren bei zahlreichen realistisch dargestellten Übungsszenarien über 11 Stunden gefordert.

Übungsszenarien Am Vormittag waren mehrere Jugendliche einer 30-köpfigen Jugendgruppe, die in der „Neuhüttensiedlung“ im Skigebiet Hochzillertal untergebracht waren, abgängig. Einsatzkräfte der Bergrettung und Polizei machten sich auf dem Weg ins Skigebiet und begannen mit der Suche. Während der großangelegten Suchaktion bricht Feuer in der Jugendherberge aus. Am Nachmittag brach im Keller des Almgasthofes „Marendalm“ Feuer aus. Das Feuer breitete sich über das Stiegenhaus ins Erdgeschoss aus. Mehrere Feriengäste waren zur Zeit des Brandes im Gebäude.

Bei beiden Szenarien war die Zusammenarbeit unter den Einsatzorganisationen der wichtigste Faktor für den Erfolg der Übung. Die Feuerwehren mussten für die Großbrände schweres Gerät auf 1740 Höhenmeter verfrachten. Auch mehrere Atemschutztrupps waren zur Personenrettung notwendig. Trotz des schnellen Einsatzes kam es bei beiden Übungslagen zu Waldbränden, die aber durch die Feuerwehrfrauen und -männer in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Bergbahn unter Kontrolle gebracht werden konnten. Das Rote Kreuz war mit 20 Notfallsanitätern bei allen Übungslagen aktiv. Neben der Versorgung der verletzten Personen wurde auch die Verletztensammelstelle am Berg betrieben und der Transport vom Berg ins Tal organisiert und durchgeführt. Bei allen Ereignissen war auch die Polizei vertreten, die mit insgesamt sieben Beamten an den Übungen teilnahm. Gefordert war auch die Bergrettung. Sie hatten mit einer Vermisstensuche gleich zu Beginn des Übungstages ihren ersten großen Einsatz. Bei zahlreichen weiteren Einsätzen waren die Bergrettungskräfte ebenfalls gefragte Helfer.

Während den Hauptszenarien kam es immer wieder zu weiteren Einsätzen. Mehrere Personen waren unter Bäumen und Pistengeräte eingeklemmt, die mit schwerem Gerät befreit werden mussten. Zudem traten über 200 Liter Diesel im Skigebiet aus. Aber auch ein Sessellift kam zum Stillstand. Zahlreiche Skifahrer mussten mit Hilfe eines Helikopters abgeseilt werden.

Für die Übung wurde im Servicepark der Firma Empl eine Stabseinsatzleitung installiert, die unter Führung der Bezirks- und Gemeindeinsatzleitung das Geschehen koordinierte. Bei einem unerwartetem Besuch in diesem Lagezentrum konnte sich Bundesminister Andrä Rupprechter, LH-Stv. Josef Geisler, Bezirkshauptmann Karl Mark sowie der Landesfeuerwehrkommandant und der Landesfeuerwehrinspektor von der effizienten Arbeit aller beteiligten Organisationen überzeugen.

Der Gemeindeeinsatzleiter von Kaltenbach, Bürgermeister Klaus Gasteiger fasste das Übungsereignis wie folgt zusammen: „Die schon längst notwendige Beübung des gesamten Skigebiets Hochzillertal war perfekt vorbereitet, die Szenarien waren realistisch. Die Erfahrungen aus der Schlussbesprechung werden uns zeigen, dass wir als Gemeinden Investitionen vornehmen müssen, um den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall bestens abwickeln zu können. Dank allen Einsatzorganisationen!“