12. Oktober 2019 Jakob Gruber

Landeskatastrophenübung AETOS

Vergangenen Samstag fand die diesjährige tirolweite Landeskatastrophenübung AETOS 2019 statt. Auch die Feuerwehr Uderns bereitete eines der landesweiten 86 Szenarien vor und war mit der Lageführung im Einsatz. 

Wir bereiteten für die in den Bezirk Schwaz eintreffenden KAT-Züge ein Unwetterszenario vor, welches am Vormittag vom KHD-Zug Kufstein und am Nachmittag vom KHD-Zug Innsbruck-Land abgearbeitet wurde.

Dabei soll es am Kupfnerberg zu einem schweren Unwetter gekommen sein, welches eine ganze Reihe von Fogleschadenslagen mit sich zog. So kam es auf der Kupfnerbergstraße zu einem schweren Windwurf, der ein Fahrzeug mit zwei Insaßen unter sich begrub. Zudem wurde durch den Windwurf die Zufahrt zu zweiten Schadenslage blockiert. Höher am Kupfnerberg gelegen soll es nämlich auch zu einem Windwurf gekommen sein, der Bäume in die dort vorhandene 380kV-Leitung des Verbund fallen ließ und damit einen Waldbrand auslöste. Zudem galt es einen vermissten Wanderer zu finden und unter einem Baum zu befreien.

Es umfassendes und herausforderndes Szenario, welches von den eintreffenden KHD-Zügen jedoch bravorös gemeistert werden konnte.

Unser Lageführungsteam übernahm im Gerätehaus Kaltenbach gemeinsam mit anderen Kräften die Übungsleitung.

 

 

Bericht des Landesfeuerwehrverband Tirol:

Es war eine Großübung der Tiroler Feuerwehren, die an Aufwand und Organisation kaum zu überbieten ist. Unter dem Namen AETOS 2019 organisierte der Landes-Feuerwehrverband Tirol eine landesweite Katastrophenübung.

Ziel dieses Großereignisses war die Mobilisierung der Katastrophenschutzzüge (KAT-Züge), die bekanntlich im Fall von Großschadenslagen für schnelle, effiziente Hilfe sorgen sollen. „Als erschwerendes Detail haben wir unsere KAT-Züge nicht nur im eigenen Bezirk zum Einsatz kommen lassen, sondern jeweils in andere Bezirke geschickt“, erklärt Landes-FW-Kdt-Stv. Hannes Mayr, der auch als Sachgebietsleiter Katastrophenhilfsdienst fungiert.

Schadenslage

Insgesamt handelte es sich um fünf Schadensgebiete: Bezirk Imst (Nassereith/Gurgltal), Bezirk Innsbruck-Land (Stubai-Wipptal), Bezirk Kufstein (Eiberg), Bezirk Schwaz (Zillertal) und Bezirk Lienz (Stadt Lienz). Hannes Mayr: „Zusätzlich zu den KAT-Diensten waren auch der Flugdienst in Reutte, der Wasserdienst in Nassereith, das SG Gefahrengut Kufstein sowie Schallortung Kufstein und das SG Strahlenschutz in Wildermieming im Einsatz. Angenommen wurden massive Schäden nach einem landesweiten Unwetterereignis.

Realistische Übungsannahme

„Das sind durchwegs realistische Übungsannahmen“, bestätigt Landes-Feuerwehrkommandant LBD Ing. Peter Hölzl. „Im heurigen Jahr blieben wir zwar etwas verschont, aber die Vergangenheit hat deutlich gezeigt, dass Katastropheneinsätze zu jenen Aufgaben gehören, denen sich die Feuerwehren mit aller Kraft widmen müssen. Es wurde versucht, vieles darzustellen, was sich bereits ereignet hat und sich jederzeit ereignen kann. Auch die Zusammenarbeit auf der organisatorischen Ebene mit der Leitstelle Tirol, dem Landes- und Bezirksführungsstab und allen anderen Einrichtungen muss immer wieder geübt werden. Die landesweite Übung ist perfekt verlaufen, und ich darf mich bei allen Ehrenamtlichen, die hier wieder viel Engagement in ihrer Freizeit investiert haben, herzlich bedanken. Wir haben aber vor allem aber auch gesehen, wo man nachjustieren muss  – und das war schließlich das Ziel der Übung.“ Landes-Feuerwehrinspektor DI Alfons Gruber zeigte sich zufrieden: „Wenn die eigenen Kräfte nicht mehr auslangen, hat man die Möglichkeit, mit den KAT-Zügen bestens ausgebildete Mannschaften mit optimalem Gerät in das jeweilige Gebiet zu schicken. Daran sieht man, wie wichtig der Katastrophenschutz für die Feuerwehren ist,

Feuerwehren als tragende Säulen des KAT-Schutzes

LH-Stv. und Sicherheitsrefertent Josef Geisler: „Die Feuerwehren sind die tragenden Säulen des Katastrophenschutzes. Ganz wichtig ist die Abstimmung und die Zusammenarbeit. Hier wurde heute ein breites Feld abgedeckt. Das hat exzellent funktioniert. Die Ausbildung wird immer wichtiger, die Geräte immer anspruchsvoller. Wir bemühen uns ständig, die Ausrüstung so auszubauen und instandzuhalten, dass den hohen Ansprüchen an die Feuerwehren Genüge getan wird. Gerade heute hat man aber gesehen, dass nicht immer nur moderne Technik, sondern manchmal auch Pickel und Schaufel zum Einsatz kommen.“

Josef Geisler, LFK Peter Hölzl und HR Dr. Herbert Walter, Vorstand der Abt. Kat.- und Zivilschutz des Landes, bedankten sich für bei allen Übungsteilnehmern der Feuerwehren sowie der weiteren Organisationen und Behörden für den großen Einsatz sowohl im Ernstfall als auch bei derartigen Übungen.

Zahlen und Fakten:

  • 10 KAT-Züge bezirkübergreifend (Ausnahme: Bezirk Lienz, dort wurden die Schadenslagen von den dort stationierten Einheiten abgearbeitet)
  • 6 Sonderdienste
  • 856 Mann/Frau der Feuerwehr
  • 51 Personen Rettungsdienst
  • 30 Personen Bergrettung
  • 7 Personen Bundesheer
  • 4 Personen Polizei
  • 86 Szenarien wurden tirolweit abgearbeitet
  • 96 Personen konnten gerettet werden
  • 154 Fahrzeuge der Feuerwehr (KAT-Züge)
  • 2 Hubschrauber
  • 150 Mann/Frau der Feuerwehr waren mit den Übungsvorbereitungen beschäftigt

Insgesamt waren 1.006 Feuerwehrkräfte bei dieser landesweiten Katatrophenübung im Einsatz

 

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