3. November 2016 Jakob Gruber

C42 Sonderübung

Am gestrigen Donnerstag fand eine Sonderübung mit dem Kader und unseren ATS-Trägern, sowie zwei Mann der Freiwilligen Feuerwehr Tux bei der Sportresidenz Zillertal (Golfhotel) statt.

Dabei wurde eine für uns völlig neue Methode zur Vorgehensweise im Innenangriff getestet. Bisher ist der sogennante „HD“ in weiten Teilen Tirols Standard im Innenangriff. Dabei handelt es sich um einen formstabilen Schlauch, der über eine Haspel im Fahrzeug abgerollt wird und bis zu 40 bar Druck aufbringt. Dieser ist jedoch nur 60 Meter lang und muss bei langen Angriffswegen, wie zum Beispiel beim Golfhotel, mit Faltschläuchen verlängert werden. Anschließend wird mit der Leitung unter Druck in das Gebäude vorgegangen. Der an sich schon relativ steife HD-Schlauch wird durch den Druck unhandlich, schwer und nochmals steifer. Über Stiegenhäuser und mehrere Stockwerke kommt es dann meistens zu Problemen, da der Schlauch dann an allen Ecken hängen bleibt und der Trupp große Mühen hat den Schlauch zum eigentlichen Ort des Geschehens zu bringen. Ausserdem fallen die Reibungsverluste beim verlängerten HD in der Leitung bei solch hohen Drücken und dem relativ kleinen Durchmesser schwer ins Gewicht.

 

Eine Alternative dazu ist ein System mit C-Schläuchen mit einem etwas kleineren Durchmesser (42 mm), welche ungefüllt bis zum Brandraum in Schlauchtragekörben ausgebracht und dort erst gefüllt werden. Dort wird als letzter Schlauch ein sogennanntes Schlauchpaket verwendet. Dabei handelt es sich um einen vorgefaltenen 30m C-Schlauch welcher sich, wenn sich unter Druck ringförmig in sogennate „Loops“ ausbreitet, die sich schlussendlich beim Vorgehen in den Brandraum ideal abwickeln. Zudem ist der Schlauch an sich für den Strahlrohrführer sehr bequem in der Handhabung und dem Trupp steht mit Sicherheit eine ausreichende Literleistung, beispielsweise auch für einen sogennaten Flashover-Block zu Verfügung. Dieses System wird bei vielen Feuerwehren in weiten Teilen des Globus so angewendet und ist beispielsweise in Vorarlberg und Niederösterreich bei neuen Fahrzeugen Standard.

 

Ziel der Übung war für die Uderns herauszufinden, ob mit dem HD überhaupt alle Räume des Golfhotels erreicht werden können und vorallem auch in welcher Zeit. Somit führten wir zwei Durchgänge in das am schwierigsten zu erreichende Zimmer des Golfhotels durch, jeweils einmal mit HD und einmal mit dem C42-System der Feuerwehr Tux. Dabei wurde die Zeit gestoppt. Das Ergebnis fiel duchaus eindeutig aus. Der Trupp, welcher mit dem HD vorging, kam nach 12 min an. Die Männer mit dem C42-System kammen nach etwas weniger als 4 min an und wären nach Füllen der Leitung sofort Einsatzbereit gewesen.

 

Bei den Besprechungen danach war  die Resonanz in der Mannachaft und unter allen Atemschuttzrträgern vollends positiv.

 

Ein großer und herzlicher Dank gilt den Männern der Freiwilligen Feuerwehr Tux, die das System nun bereits seit 4 Jahren bei sich in Betrieb haben und uns somit bereits ihr ausgereiftes und durchdachtes System vorstellen konnten.

Stichwörter: